Europa

Die Europa Mitgliedstaaten

Die Europa Mitgliedstaaten

Europa gehörte in den vergangenen 50 Jahren zweifellos zu den dynamischsten Regionen der Erde – zumindest hinsichtlich der Ausdehnung der eigenen politischen Struktur. Die Europäische Union, die sich heute über große Gebiete des europäischen Kontinents erstreckt, weist heute annähernd 500 Millionen Einwohner auf und verfügt über feste politische Institutionen.

Mit der Errichtung eines einfachen Wirtschaftsverbandes im Jahr 1951, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, wurde der Grundstein für die heutige Union gelegt. Europas Mitgliedstaaten waren damals Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Westdeutschland. Sechs Jahre später erfolgte die Umgestaltung zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, deren Mitglieder einen gemeinsamen Markt schufen. Abgesehen von den gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen lassen sich Europas Mitgliedstaaten auch durch ein vergleichbares demokratisches System kennzeichnen. Nachdem Griechenland 1981 und fünf Jahre später Portugal und Spanien ihre autoritären Politiksysteme abgelegt hatten, wurden sie gern in die Gemeinschaft aufgenommen. Nach der Vergrößerung der Europäischen Gemeinschaft durch die deutsche Wiedervereinigung beschlossen die Regierungen, die EG zu einer Wirtschafts- und Währungsunion auszubauen: die Europäische Union wurde gegründet. Im gleichen Jahr, 1995, traten Österreich und die skandinavischen Staaten Schweden und Finnland der Union bei.

In den Kopenhagener Beitrittserklärungen wurde bereits 1993 festgelegt, dass neue Mitglieder die festgelegten Grundwerte hinsichtlich Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und bürgerlicher Grundfreiheiten teilen müssen. Die Europäische Union wurde somit von einem Förderer des freien Wirtschaftsverkehrs zu einem Wegbegleiter in Richtung freiheitliche Demokratie vor allem für die mittel- und osteuropäischen Länder. 2004 nahm die Anzahl Europas Mitgliedstaaten weiter zu: die baltischen Länder Estland, Lettland, Litauen, die mittel- und osteuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowenien, Slowakei und Ungarn sowie Malta und der griechische Teil Zyperns wurden zu EU-Europäern.

Wie ernst die politisch Verantwortlichen der Europäischen Union die innere Struktur eines Beitrittskandidaten nehmen, zeigt sich am Beispiel der Türkei, die schon seit Jahrzehnten eine Vollmitgliedschaft in der Union anstrebt. Obwohl unentwegt Verhandlungen stattfinden, wird der Wunsch der Türken mit Hinweis auf die politischen Strukturen und die politische Praxis im Lande immer wieder vorläufig abgelehnt. Einige andere Länder, wie die Ukraine oder Georgien streben aus wirtschaftlichen aber auch politischen Gründen eine engere Zusammenarbeit mit der Union an. Doch die Skepsis der Bevölkerungen in Europas Mitgliedstaaten wächst mit zunehmender regionaler Entfernung der Beitrittskandidaten.

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